Vorbericht zum 1. Relegationsspiel der Damen I gegen Chemnitz

Kampf um die 3. Liga

Die reguläre Saison der 3. Liga ist abgeschlossen. Doch während sich die meisten Mannschaften schon in der Handballpause befinden, geht die Herzogenauracher Saison in die Verlängerung. In der Relegation kämpfen sie am Samstag um den Klassenerhalt gegen den HV Chemnitz, Zehntplatzierter der Oststaffel. Anpfiff ist um 19:30 Uhr in der Gymnasiumhalle. Das Rückspiel findet am Dienstag, 1.Mai um 16:30 Uhr in Chemnitz statt.

Mit erfolgreichen Entscheidungsspielen kann die TSH ein weiteres Jahr 3.Liga realisieren. Diese Chance wollen sie nutzen. Schon in den letzten Wochen, als sich herauskristallisierte, dass der Klassenerhalt über die Relegation gehen wird, arbeitete die Mannschaft konzentriert auf dieses Ziel hin. Nicht, dass sie die verbleibenden Saisonspiele auf die leichte Schulter nahmen, im Gegenteil, sie zeigten eine beispielhafte Einstellung und nutzten die Spiele, um Selbstvertrauen zu tanken. Vor allem das letzte Spiel gegen Vizemeister Bietigheim begeisterte Zuschauer und Trainer Klaus Watzinger: „Wir haben über 50 Minuten ein hervorragendes Spiel gezeigt und uns schnell auf die unerwartete Abwehrformation eingestellt.“

Auf die Entwicklung, die die Mannschaft in der Saison gemacht hat, sind die beiden Trainer Klaus Watzinger und Mirko Scholten stolz. Das Team hat sich enorm gesteigert, was die Umsetzung taktischer Ansagen betrifft und auch spielerisch fühlt es sich in der 3.Liga wohl. Es sind vor allem die Kleinigkeiten, die sie zu oft um den Sieg gebracht haben. Da wäre zum Beispiel die Torchancenverwertung, an der die Verantwortlichen zu knabbern haben. Zu oft werden 100%ige Möglichkeiten leichtfertig verworfen, was die Gegner gnadenlos bestrafen.

An diesem Samstag ist der HV Chemnitz zu Gast. In der laufenden Saison konnten die Sachsen nur vier Siege einfahren, doch unterschätzen darf man sie keineswegs. Einige Spiele verlor der Aufsteiger erst gegen Ende und mit wenigen Toren Abstand. Der Handballverein verfügt über einen routinierten Kader. Angeführt von der großgewachsenen Rückraumspielerin Petra Starcek und Kapitänin Kerstin Streit spielen die Chemnitzer einen klaren Handball. Im Positionsangriff beherrschen sie variantenreiche Auslösehandlungen und sind auf allen Positionen gefährlich. In der Abwehr erwartet die Herzogenauracher eine bewegliche 6:0-Formation, die auch punktuell versucht offensiv Bälle zu erobern.

Mit einem ihrerseits druckvollen und geduldig gespielten Angriff wollen die Franken dagegen halten und ihre Chancen suchen. Zudem haben die Damen von der Aurach ihr Tempospiel immer weiter verbessert und nutzen die Schnelligkeit der Spielerinnen zu einfachen Toren. Verzichten müssen sie allerdings diesmal auf die Pässe von Torfrau Martina Ebersberger, die verhindert ist. Doch Nachwuchstorhüterin Juliane Gerling hat in ihren Einsatzzeiten gezeigt, dass sie der Mannschaft ein starker Rückhalt sein und schnelle Gegenangriffe einleiten kann. Auch Lisa Neumann, die mit ihrer Durchschlagskraft immer wieder für wichtige Tore sorgt, ist nicht mit von der Partie. Dafür werden erstmals wieder die Langzeitverletzten Viktoria Egle und Carole Mittelheisser auflaufen. Größter Wermutstropfen aus dem letzten Spiel ist sicherlich die Kreuzbandverletzung von Stefanie Mittasch, die am Ende der Saison zu einer wichtigen Stütze in Abwehr und Angriff geworden ist. Doch es ist nicht das erste Mal, dass Herzogenaurach Ausfälle diesen Kalibers kompensieren muss. Mit Leidenschaft und Teamgeist hat die Mannschaft schon manchen Rückschlag weggesteckt und immer wieder gezeigt, dass sie in diese Liga gehört. Coach Watzinger erwartet eine heiße Partie mit dem hoffentlich besseren Ende für die Heimmannschaft. Dabei freut sich Herzogenaurach einmal mehr auf die lautstarke Unterstützung der Zuschauer: „Mit den Fans im Rücken, fällt es noch leichter unsere Höchstleistung abzurufen. Also kommt mit uns in die Verlängerung!“

L.Mergner