Bericht vom letzten Saisonspiel der Damen I

Steffi Mittasch gesellt sich mit ihrem vorderen Kreuzbandriss zu den anderen Langzeitverletzten

Ein Spiegelbild der gesamten Saison
Damen führen gegen Bietigheim, machen aber den Sack nicht zu

Die sonnigen Temperaturen lockten am Sonntag viele Menschen nach draußen. Dennoch trotzten 120 Zuschauer den Sonnenstrahlen und ließen sich das letzte Saisonspiel der Handballdamen nicht entgehen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Einmal mehr zeigte der Drittligist eine starke Leistung, die am Ende jedoch wie so oft nicht belohnt werden sollte. Nach langer Führung mussten sie sich dem Vizemeister SG BBM Bietigheim II mit 24:27 geschlagen geben.

Das letzte Spiel der regulären Saison war vor allem für Torhüterin Martina Ebersberger ein besonderes. Da sie zeitgleich mit ihrem Beachteam, den CAIPiranhas, auf einem Turnier in Zagreb weilt, kann sie bei den Relegationsspielen nicht dabei sein. Nach über 20 Jahren Leistungshandball wird sie in der nächsten Saison kürzer treten. Dem TSH-Handball bleibt sie aber weiterhin erhalten. Da Torwartkollegin Juliane Gerling im Hinblick auf die Relegation von Spielbeginn den Vortritt erhielt, stellte sich Ebersberger zunächst von der Bank aus in den Dienst der Mannschaft.

Diese hatte sich für das letzte Heimspiel einiges vorgenommen. Von Beginn an versprühte sie eine Spannung, die in der ganzen Halle zu spüren war. Mit viel Tempo und Motivation ging es in die Partie. Innerhalb der ersten drei Minuten erspielte sich die Turnerschaft eine 3:0 Führung. Ausschlaggebend dafür waren die bewegliche Abwehr mit einer gut aufgelegten Gerling im Tor und ein druckvoll und geduldig gespielter Angriff.

Während die Bietigheimer Defensive frühzeitig die Kreise von Shooterin Laura Wedrich einengte, nutzten ihre Mitspielerinnen die entstehenden Räume. Allen voran zeigte Stefanie Mittasch erneut eine starke Partie, ehe sie sich in der 24. Minute so schwer am Knie verletzte, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnte. Aber auch Wedrich konnte trotz Sonderbewachung immer wieder in Szene gesetzt werden und netzte den Ball über den Block präzise ins rechte obere Eck zum 5:2 ein. Zudem strahlte Nina Bestle von der Mitte Torgefahr aus.

Bietigheim ließ immer wieder seine individuelle Klasse aufblitzen. Allen voran Lena Vogt war es, die unermüdlich von der Mitte aus ihre Teamkollegen in aussichtsreiche Wurfposition brachte. Mit gewaltigen Rückraumwürfen über die Mitte durch Lena Kingler und Larissa Bürkle gelang es den Gästen bis auf ein Tor heranzukommen. Gerling, die bis dahin ein stabiler Rückhalt war, bekam nun keine Hand mehr an den Ball. Zwei Minuten vor der Halbzeit reagierte das Trainerduo Klaus Watzinger/Mirko Scholten mit einem Torwartwechsel. Doch dieser war bereits zu spät, Bietigheim hatte sich schon auf ein Unentschieden herangekämpft.

Doch Ebersberger war sofort zur Stelle und brachte direkt den gewünschten Erfolg. Mit ihren Paraden gelang es bis zur Pause zumindest wieder einen Zwei-Tore-Abstand (15:13) herzustellen.

Die zweite Halbzeit war ein Spiegelbild zu so vielen zweiten Halbzeiten in dieser Saison. Zunächst gelang es den Herzogenauracherinnen wieder, eine Vier-Tore-Führung herauszuspielen. Dann verpassten sie einige Torchancen und ließen im Gegenzug einfache Tore vor allem über Kreisanspiele zu. Bietigheim spielte seine ganze Klasse und Routine aus und holte sich am Ende die zwei Punkte.

Für den sportlichen Leiter Udo Hermannstädter spiegelte das Spiel die Herzogenauracher Saison wieder: "Mit der ganzen Mannschaft haben wir gezeigt, dass wir es können, aber es fehlt an Kleinigkeiten, die in der 3. Liga sofort bestraft werden. Leider geht es nun in die Relegation. Dort bin ich sehr optimistisch, dass wir erfolgreich sind. Das Potential ist da. Aber wir müssen in jedem Spiel über volle 60 Minuten unsere Leistung zeigen."

Der gegnerische Trainer Hans Christensen bestätigte nach dem Spiel, dass sich die TSH vor keinem Gegner verstecken müsse. Und auch TSH-Trainer Mirko Scholten lobt sein Team: "Die Mannschaft hat wieder einmal eine überragende Leistung, vor allem in der Abwehr gezeigt. Am Ende haben wir es verpasst, den Sack zuzumachen."

Das Heimspiel gegen Bietigheim war vorerst das Ende des Abenteuers 3. Liga. Mit einem Erfolg in der Relegation gegen Chemnitz will die TSH den Traum aber weiter leben lassen. Haunstetten verlor am letzten Spieltag den Titel, Meister ist nun TuS Metzingen II.

TSH: Gerling, Ebersberger; Stephan 3, Wedrich 8/4, Bestle 3, Mittasch 3, Probst, Schneidereit, Lang 3, Erdmann, Theobald 1, Küffner 1, Neumann 2.

LENA MERGNER